Kreiskirchliche Verwaltungen wachsen zusammen

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Kreiskirchliche Verwaltungen wachsen zusammen

So schnell war noch keine Synode: Nur zwei Stunden benötigte das Leitungsgremium des Ev. Kirchenkreise Vlotho, um die Weichen für ein zukunftsweisendes Vorhaben zu stellen. Als vierter Kirchenkreis im nördlichen Ostwestfalen hat Vlotho der Vereinigung der kreiskirchlichen Verwaltungen in Herford zugestimmt. Unter dem Eindruck der bundespolitischen Entwicklungen rief die Synode unter Leitung von Superintendentin Dorothea Goudefroy außerdem zum demokratischen Engagement an der Wahlurne auf.

Die Synode war zu einer außerplanmäßigen Sitzung im Gemeindehaus Holtrup in Porta Westfalica zusammengekommen, um über die im letzten Jahr entwickelten Pläne für die Verwaltungen der vier Kirchenkreise Herford, Lübbecke, Minden und Vlotho zu beraten. Meike Elmer, die als Verwaltungsleiterin in den Kirchenkreisen Herford und Vlotho bereits die Vereinigung in ihrer Person vollzogen hat, gab der Synode einen Überblick über die Hintergründe: Seit der grundsätzlichen Entscheidung für ein Zusammenwachsen der kreiskirchlichen Verwaltungen im letzten Jahr habe sich viel getan. 

Ein Vergleich mit anderen gemeinsamen Verwaltungen in der Landeskirche sei aufschlussreich gewesen und habe die Steuerungsgruppe des Prozesses letztlich dazu bewogen, von ihrer ursprünglichen Idee abzurücken. Anstelle von verteilten Kompetenzzentren wurde ein vielversprechendes Vorbild aus der Region Sauerland-Hellweg auf die Gegebenheiten in Ostwestfalen angepasst. In Zukunft soll die gemeinsame Verwaltung im derzeitigen Kreiskirchenamt in Herford ihr Zuhause finden. In den Kirchenkreisen verbleiben sogenannte Lotsen, die direkt vor Ort Dienstleistungen für die Gemeinden und Kirchenmitglieder erbringen oder an Fachabteilungen in Herford verweisen können.

Meike Elmer stellte sich nach ihrer Darstellung den Detailfragen der Synode. Von der Softwarelandschaft bis zur genauen Kostenaufteilung und der finalen Ausgestaltung des Lotsenmodells ging das Interesse. Gerade letzteres sei einer der Punkte, die noch zu entwickeln seien, erklärte die Verwaltungsleiterin. Durch einen positiven Beschluss für die vorgeschlagene Vereinigung könnten diese Themen jetzt jedoch angegangen und die gemeinsame Verwaltung im nächsten Januar in Herford an den Start gehen.

Das Votum der Synode war schließlich eindeutig: Ohne Enthaltungen oder Gegenstimmen wurde den Plänen zugestimmt. „Ein Lübbecker Ergebnis“, freute sich Superintendentin Dorothea Goudefroy mit Bezug auf den gleichlautenden Beschluss im Kirchenkreis Lübbecke nur zwei Tage zuvor. Die Synoden in Minden und Herford haben bereits im letzten Jahr den Plänen zugestimmt, und mit den positiven Voten aus Lübbecke und Vlotho kann das Vorhaben nun auf den Weg gebracht werden.

„Für ein Land, in dem wir alle füreinander die Nächsten sind“: Aufruf zum demokratischen Engagement an der Wahlurne

Während die Pläne für die Verwaltung erörtert wurden, schauten viele der Teilnehmenden besorgt auf ihre Handys. Sie verfolgten die laufende Bundestagsdebatte über das von der Merz-CDU eingebrachte „Zuwanderungsbegrenzungsgesetz“. Auch Superintendentin Dorothea Goudefroy hatte als Reaktion auf die jüngsten Entwicklungen in der Bundespolitik spontan einen weiteren Tagesordnungspunkt für die Synode eingebracht.

Gegen Ausgrenzung, für Menschenwürde und für den Zusammenhalt in einer freien und demokratischen Gesellschaft gälte es jetzt einzutreten, „für ein Land, in dem wir alle füreinander die Nächsten sind“, wie Dorothea Goudefroy es darstellte. Bewusst ohne parteipolitische Positionierung solle die Kreissynode, laut dem von der Superintendentin eingebrachten Beschluss, alle Gemeinden und synodalen Dienste bitten, aktiv für Demokratie, Menschenwürde und Nächstenliebe einzutreten, und zur Auseinandersetzung mit den Positionen der demokratischen Parteien und zur Teilnahme an der Bundestagswahl 2025 aufrufen. Die Synode solle damit die Initiative „Für alle. Mit Herz und Verstand“ der katholischen und evangelischen Kirchen in Deutschland unterstützen. 

Intensiv debattierte die Synode den Vorschlag, der einigen Teilnehmenden nicht weit genug ging und zu einem Aufruf zum Engagement bei allen Wahlen ausgeweitet werden könnte. Letztlich entschied sich die Synode, wiederum einstimmig, den auf die bevorstehende Bundestagswahl konzentrierten Aufruf zu unterstützen und sich für ein demokratisches Deutschland zu positionieren.


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