Schulungen für 2500 Mitarbeitende in den Kitas

Schulungen für 2500 Mitarbeitende in den Kitas

Schulungen für 2500 Mitarbeitende in den Kitas

# Kindergärten

Schulungen für 2500 Mitarbeitende in den Kitas

Das Thema ist ernst, die Aufgabe riesig, aber Kirsten Rinne und Anja Bachert versprühen gute Laune: Die beiden gestandenen Kita-Profis und frischgebackenen Multiplikatorinnen für Schulungen zum Schutz vor sexualisierter Gewalt in den Kirchenkreisen Herford, Lübbecke, Minden und Vlotho freuen sich auf die Arbeit mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus den kirchlichen Kindertageseinrichtungen. „Hinschauen - helfen - handeln“ ist das Motto der Schulungen. Die verpflichtenden Kurse sollen den Mitarbeitenden in den Einrichtungen genau das ermöglichen: Bewusstsein schärfen, essenzielles Rüstzeug an die Hand geben und den richtigen Umgang mit dem Thema nahebringen, damit „die Kindertageseinrichtungen in unseren Kirchenkreisen sichere Orte für Kinder sind und bleiben“.

„Mit dem professionellen Schulungsprogramm können wir dank der beiden Fachkräfte nun in allen kirchlichen Kitas der Region das Wissen der Mitarbeitenden zu diesem wichtigen Thema vertiefen und ihre Handlungsfähigkeit stärken. Das hat für uns hohe Priorität“, betont Dorothea Goudefroy. Die Superintendentin des Ev. Kirchenkreises Vlotho und derzeitige Vorsitzende des Kirchenkreisverbandes hieß zusammen mit den Leitungen und Fachberatungen der Kita-Arbeit in den vier Kirchenkreisen die beiden Multiplikatorinnen an ihrem neuen Dienstsitz in Bad Oeynhausen willkommen.

Beide kommen aus der Praxis: Anja Bachert arbeitet seit 1992 als Erzieherin und Inklusionsfachkraft. Sie war lange Zeit stellvertretende Leiterin im Familienzentrum Bastaukinder der Diakonie Stiftung Salem, dann in verschiedenen Einrichtungen im Kirchenkreis Minden, zuletzt in Jössen tätig. 2020 entschied sie sich, in die Erwachsenenbildung für Kindertagespflege-Profis zu gehen und eine „Train the Trainer“-Ausbildung zu machen. Kirsten Rinne ist sogar schon seit 1984 in Kindertageseinrichtungen tätig und hat Generationen von Kindern in der Kita Villa Kunterbunt in Vlotho begleiten können. Die systemische Therapeutin und Kinderschutzfachkraft hat die Leitung der Villa Kunterbunt abgegeben, um sich ganz den Schulungen zu widmen. Ihre Vision: Langfristig soll ein Bewusstsein für das Thema und das richtige Verhalten in den Einrichtungen genauso normal sein wie das Anschnallen im Auto.

Vor ihnen liegt eine Mammutaufgabe: Rund 2300 Mitarbeitende allein in pädagogischen Berufen, dazu noch viele Dutzend Alltagshelferinnen und -helfer und die anderen guten Geister, die in Hauswirtschaft, Küche oder Außenanlagen die Kitaarbeit unterstützen. Auch ehrenamtlich Engagierte, die z.B. als Lesepaten mit den Kindern zusammenarbeiten, werden geschult. 

Das auf vier Jahre ausgelegte Projekt sieht vier einzelne Schulungseinheiten von jeweils sechs Stunden Länge vor. Zuerst werden in den ersten beiden Schulungen die Grundlagen vermittelt und ein Bewusstsein für das Thema und seine vielen Facetten geschaffen. 

„Natürlich mag mancher denken: ‚Nicht noch eine Schulung‘“, gibt Kirsten Rinne zu. Doch sie sieht die Schulung als Geschenk für die Teilnehmenden, eine Chance, für die im hektischen Kita-Alltag wenig Zeit bleibt. Bewusst sind die Gruppen für die ersten beiden Grundlagenschulungen daher auch einrichtungsübergreifend zusammengesetzt. „Dann sitzt man nicht wieder im alten Trott zusammen, sondern erlebt: In anderen Einrichtungen sieht es gar nicht anders aus“, erklärt Anja Bachert. Montags und dienstags in Haddenhausen und mittwochs und donnerstags auf dem Wittel in Löhne-Gohfeld werden die vier Schulungen wöchentlich für zehn bis 25 Teilnehmende angeboten. Die Orte wurden bewusst ausgewählt, um den Beschäftigten der Einrichtungen möglichst kurze Wege anzubieten, denn die vier Kirchenkreise, aus denen sie anreisen, decken fast das gesamte nördliche Ostwestfalen ab.

Die folgenden Schulungseinheiten widmen sich dann den spezifischen Anforderungen in den Einrichtungen und werden daher direkt vor Ort angeboten werden, um auf die lokalen Fragen und Themen eingehen zu können. Ab dem Frühjahr 2027 gehen diese Module an den Start. Eine auf die wichtigsten Inhalte konzentrierte Schulung soll außerdem für all die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden entwickelt werden, die nicht im direkten Kontakt mit Kindern arbeiten, aber für den Betrieb in den Kitas unerlässlich sind.

Bei dem Schulungspensum, das vor ihnen liegt, können Kirsten Rinne und Anja Bachert nicht über die strukturierten Schulungen hinaus Training oder Beratung anbieten. Dennoch sehen beide sich an einer wichtigen Schnittstelle für den Schutz vor sexualisierter Gewalt. „Es gibt schon ein so starkes Netzwerk, das wir eigentlich nur noch sichtbarer machen müssen“, betont Anja Bachert. Die beiden Multiplikatorinnen können bei Fragen an die richtigen internen und externen Ansprechpartner verweisen, sei es für Schutzkonzepte in den Einrichtungen oder für sexualpädagogische Fragen in der Arbeit.

Bis zum Sommer sind bereits 17 Doppelschulungen gebucht. Für Kirsten Rinne und Anja Bachert werden sie nur die ersten von vielen weiteren in den nächsten Jahren sein.


Die Schulungen sind verpflichtend für alle Menschen, die in einer Kindertageseinrichtung tätig sind. Das Schulungsangebot kann online eingesehen werden. Hier können Sie sich Schulungstag und Schulungsort aussuchen und sich in Abstimmung mit Ihrer Einrichtungsleitung anmelden.

Mit Ihrer Teilnahme tragen Sie dazu bei, dass die Kindertageseinrichtungen in unseren Kirchenkreisen sichere Orte für Kinder sind und bleiben.

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